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Trainingslager fallen aus - Verluste in Millionenhöhe

Von Thomas Gottsmann und Alexander Bischof, Salzburger Nachrichten

Sommercamps der Fußballvereine wird es in ganz Österreich dieses Jahr nicht geben. Nicht nur Organisatoren, sondern auch die Regionen verlieren aufgrund der Coronakrise viel Geld.


Eigentlich hätte es für Hannes Empl der beste Sommer in der Firmengeschichte werden sollen. Rund 100 Vereins- und Nationalmannschaften hätte der Organisator von Trainingslagern von Juni bis August 2020 mit seinem Unternehmen SLFC nach Österreich gelockt. Davon 30 nach Salzburg. Aufgrund der Coronakrise dürften die Trainingslager und die damit verbundenen hochkarätigen Testspiele aber komplett ins Wasser fallen. Zehn EM-Teilnehmer, darunter die Spitzenmannschaften England und Deutschland, haben wegen der EURO-Verschiebung bereits abgesagt. "Und ich muss davon ausgehen, dass aufgrund der weltweiten kritischen Lage auch die Vereinsteams im Sommer nicht kommen", erklärt Empl im Gespräch mit den "Salzburger Nachrichten". Sollte es wirklich zum erwarteten Totalausfall kommen, verliert die ganze Branche rund 20 Millionen Euro. "Ich werde um einen Umsatz von zwölf Millionen Euro umfallen. Gott sei Dank habe ich mir einen Polster geschaffen, sonst würde meine Firma diese Phase nicht überleben", sagt Empl, der seine zehn Mitarbeiter trotz Rücklagen schon in Kurzarbeit schicken musste. Neben 17 Nationalteams hätten sich auch Spitzenmannschaften wie RB Leipzig, Ajax Amsterdam, Leverkusen, Schalke oder Zenit St. Petersburg im Sommer angesagt.

Trotz der schwierigen Situation bleibt der Pinzgauer positiv:

"Die meisten Nationalteams haben mir schon signalisiert, dass sie, wenn die Euro 2021 regulär stattfindet, nächstes Jahr nach Österreich kommen werden. Wir haben mittlerweile einen sehr guten Ruf, die Funktionäre wissen, dass man in Österreich die besten Bedingungen hat."

Doch nicht nur die Veranstalter werden durch die Absagen vor Probleme gestellt, auch einige Regionen verlieren wichtige Einnahmen. 44 Orte profitierten 2019 von Trainingslagern in Österreich, davon 17 in Tirol, zehn in Salzburg. 200 Testspiele wurden durchgeführt. Über 90 Mannschaften fanden in Österreich beste Bedingungen vor. Insgesamt vermitteln die Organisatoren jährlich rund 100.000 Nächtigungen in ganz Österreich „Allein mein Unternehmen sorgt für 15.000 Nächtigungen in Salzburg", erläutert Empl, der derzeit an einem etwas kuriosen Plan einer europäischen Topliga arbeitet. Um im Spätsommer doch noch Trainingslager abhalten zu können, wollen die Ligavertreter jeweils acht Mannschaften an zwei Standorten in Österreich kasernieren. "Welche Liga diesen Plan hat, darf ich noch nicht preisgeben, aber er ist durchaus ambitioniert. Wir könnten es logistisch schaffen, ich glaube aber nicht, dass im August schon Reisefreiheit besteht."

Der Artikel erschien am 10. April 2020 in der Druckausgabe der Salzburger Nachrichten und ist abrufbar unter: https://www.sn.at/sport/regionalsport/trainingslager-fallen-aus-verluste-in-millionenhoehe-86071312

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